Jag bor på en segelfartyg från Tyskland

von Carla Enchelmaier

Unter dem Titel "Auf 'gen Schweden" startete unser diesjähriger Rundtörn, am 14. August 2017.
Nach einer und erfolgreichen Hansesail, ging es mit vielen neuen Neugierigen an Bord der Fridtjof Nansen, los Richtung Norden.

Schnurstracks nach Malmö wäre ja langweilig, also stand uns eine bunte Mischung an Zwischenstopps in Dänemark bevor. Selbstverständlich hatte die Reise noch viel mehr zu bieten, das Programm: vielseitig!

An Bord war wie immer ein reges Treiben. Nach einer Wacheinteilung, in welcher jeder seine Ansprechpartner und Aufgabenbereiche kennen lernen konnte, ging es weiter zur Segeleinweisung. Noch am ersten Tag konnte jeder lernen wie, welches Segel funktioniert, welcher der vielen Tampen wohin führt und was passiert wenn man daran zieht. Wer Lust hatte, durfte die Wanten hochklettern und eine einmalige Aussicht von der Saling genießen. Auch das Schiffsvokabular musste erst einmal geübt werden. Soll man nach Achtern gehen - heißt das sich auf dem hinteren Deck zu sammeln. Ruft jemand WASCHAU, geht es nicht um eine Stadt in Polen, sondern darum aufmerksam zu sein und aufzupassen. Auch "ziehen" und "locker lassen" reingeben, wird zu durchholen und fieren. Am Ende des Tages durfte man dann erschöpft aber glücklich in die Koje fallen!

Zu der ersten Gelegenheit wurden Segel gesetzt und erst zur letzten wieder geborgen.  Weiter ging die Reise segelnd bei bestem Wetter quer über die vielbefahrende Kadetrinne, zu unserem ersten Stopp Stubbekøbing, auf der Insel Fahlster. Eine lange Pier in bester Lage, sehr freundliche, interessierte Dänen und na klar Softeis, selbstverständlich mit Drys. Hafentest bestanden!

Schwachsinnig umlaufende Winde vor den malerischen Kalkfelsen von Møn, luden zu einem glasklaren Badestopp in der noch angenehm temperierten Ostsee ein. Eine gute Gelegenheit die alte Dame mal im Ganzen zu bewundern.

Traditionelles Segeln bedeutet auch tägliche Aufgaben wie Fahrwache und Nachtwache gehen, in der Kombüse mithelfen und dem Bootsmann bei Schiffsarbeiten unterstützen. Mit verschiedenen Vorträgen im Laufe der gesamten Reise, wie Wetterkunde, Astronomische Navigation und Maschinenkunde war für jeden was dabei.

Nach einer Ankernacht und einem Tag voller Kursen, Kunden und Kartoffeln ging es in die Dunkelheit, für manch eine Landratte ein spannendes Erlebnis so eine Nachtfahrt. Lichter verschwinden im Lichtermeer, Entfernungen rücken näher ran, die Sonne fehlt, es wird kälter.

Kurz vor Malmö schlängelten wir uns durch das Nadelöhr der Öresundbrücke. Als konnten wir uns nicht entscheiden, ging es abwechselnd på höger - Schweden und wieder zurück till venstre - Dänemark. Voller Elan und Energie von diesem Halsentraining, hätte die Fahrt ruhig noch weiter gehen können. Nach einer wirklich schönen Reise mit allem was dazu gehört, kamen wir heile und glücklich in Malmö an.

Zum Schluss noch ein paar gesammelte Weisheiten dieser Etappe:
- Wenn das Brot im Hafenbecken liegt - wird der Sauerteig erst richtig gut.
- Luftballons in den Wanten verlieren wesentlich schneller die Luft als welche unter Deck.
- Es lässt sich wunderbar Lindy Hopsen auf der achteren Luke (Ja es wurde gehüpft und gesprungen an Bord, selbstverständlich nur eine temporäre Ausnahmeregel der Schiffsleitung).
- Ja, die Breitfock ist soo groß dass man sie von Deck aus auf Zehenspitzen, mit den Fingerspitzen berühren kann!
- Und einen Schwedischkurs gab es sogar auch: "Jag kommer från Tyskland, jag skulle vilja ha en stor kanelbulle!?".

Wir freuen uns auf nächstes Jahr.

 

 

 

 

 

Fotos von

Hinnerk Beetz und Carla Enchelmaier

 

 

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